“Sag das doch gleich”, denkt der eine.
“Sei nicht so unhöflich”, der andere.
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Zwei sehr unterschiedliche Kommunikationskulturen kennen zu lernen bringt den beneidenswerten Vorteil, eine Balance zwischen diesen zu finden und nur die besten Aspekte miteinander zu verbinden.

Über viele Deutsche wird gesagt, dass sie eher reserviert und sehr direkt in ihrer Kommunikation sind. Inzwischen beherrsche ich das Kommunizieren hier in der Seattle Area etwas besser, doch ich kann mich noch gut erinnern, wie unhöflich ich am Anfang meines Lebens in den USA gewirkt haben muss. Das entstand zum einen an der bloßen Anzahl der Wörter, die ich nicht gebraucht hatte und zum anderen an dem Unverständnis der umfangreichen Antworten, Fragen, Erzählungen oder einfachen Begebenheiten, die ich hörte.

Ich habe mir inzwischen angewöhnt, eine E-Mail nicht direkt mit dem eigentlichen Anliegen zu beginnen, sondern zunächst einen freundlichen Einstieg zu formulieren. Ich weiß auch, dass auf die Frage eines Verkäufers nach den Plänen für das Wochenende keine ernsthafte Antwort erwartet wird. Ich verstehe, dass man das Akzeptieren einer anderen Meinung oder die Schilderung einer Gegebenheit auch mit ausgesprochenen Worten anerkennt. Ich habe gelernt, eine gute Atmosphäre mit einer umarmenden Kommunikation zu schaffen.

Aber manchmal kann ich den ausführlichen Beschreibungen, Einleitungen oder Erklärungen nicht folgen. Ich würde mir wünschen, eine kurze und prägnante Antwort zu bekommen, denn häufig bin ich damit beschäftigt, den eigentlichen Punkt, dass um was es geht, zwischen all den vielen Worten herauszubekommen.

Um es mal vereinfacht auszudrücken: Deutschen tendieren dazu, nur die Essenz einer Aussage zu sprechen, während Amerikaner häufig die Essenz in vielen Sätzen sehr gut verpacken.

Eine Balance aus beiden Ansätzen ist großartig: Formuliere deine Anliegen respektvoll, zugewandt, freundlich und authentisch und ergänze sie durch Kürze und Genauigkeit.

Nur so ein Gedanke….